Wenn ich den Mac Mini meiner Freundin warte, fällt mir immer der mit Icons übersäte Desktop, der volle Download-Ordner und der ungeleerte Papierkorb auf. Dabei ist das Aufräumen des Rechners doch so viel einfacher als das Aufräumen in der realen Welt — eine Disziplin, in der sie mir weit überlegen ist.
Wem es ähnlich schwer fällt, Dateien an den richtigen Platz zu legen und altes Zeug loszuwerden, dem sei Hazel empfohlen. Die Software für ein sauberes System installiert sich als Systemeinstellung mit einem passenden Feudel-Icon. Hier werden die drei wichtigen Aspekte definiert, die Hazel betrachtet, um Ordnung im Wust der Dateien zu halten: Ordner, Regeln und Aktionen. Sobald Hazel läuft, überwacht es die eingetragenen Ordner und für jeden kann man einen Satz von Regeln anlegen, bei deren Eintritt bestimmte Aktionen ausgeführt werden.
So überwache ich zum Beispiel meinen Download-Ordner mit der Regel “Dateityp: Bild” und der Aktion “In Ordner ‘Bilder’ verschieben”. Sobald in “Download” eine Datei im Format JPEG, PNG oder einem anderen Bildformat abgelegt wird, verschiebt Hazel sie sofort in den genannten Zielordner.
Regeln können für die verschiedenen Dateiattribute wie Dateiname, Dateityp, Alter oder Dateigröße definiert werden. Als Aktionen kann eine Datei unter anderem geöffnet, gelöscht, verschoben oder kopiert werden. Außerdem kann Hazel beauftragt werden, das Farbetikett oder Kommentar und Schlüsselworte für Spotlight zu ändern. Mediendateien können automatisch in iTunes, Bilder in iPhoto importiert werden. Noch mehr Möglichkeiten eröffnet das Auslösen von AppleScript- oder Automator-Automatismen.
Weitere Beispiele, wie ich Hazel einsetze:
- Fertig heruntergeladene Audible-Hörbücher (Endung “.aa”) werden sofort in iTunes importiert.
- Liegt eine Datei länger als 2 Wochen im Ordner “Temp”, wird sie gelöscht.
- Wenn ich in Safari einen BitTorrent-Link anklicke, wird die Torrent-Datei zur Übergabe an Transmission auf den Desktop heruntergeladen. Hier bleibt sie aber nur eine Minute lang liegen, bevor Hazel sie wegwirft.
Auch den Papierkorb hat Hazel fest im Griff: Abfall, der älter als eine bestimmte Frist ist, wird von Hazel auf Wunsch automatisch endgültig entfernt. Die “App Sweep”-Funktion achtet auf weggeworfene Anwendungen und entfernt nach Bestätigung durch den Benutzer auch deren verwaiste Systemdateien.
Einen weiteren Blick auf Hazel wirft das Lifehacker-Blog im Artikel Set Up a Self-Cleaning Mac with Hazel.
Mir hilft Hazel sehr, Desktop und Verzeichnisse sauber und die Plattenkapazität hoch zu halten. Ich wünschte, ich könnte mein reales Zeug auf ähnlich preisgünstige und unkomplizierte Weise aufräumen lassen!
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