Feb 08

Mac OS X bietet für alle Anwender eine passende Art und Weise, um Aufgaben zu erledigen: Die meisten Anwender nutzen einfach das Dock, um ihre fünf bis acht Standard-Anwendungen zu starten. Auf der anderen Seite stehen die Hardcore-Hacker, die sich sagen: “Ab 17 iTerm-Fenstern macht Exposé erst richtig Spaß”. Ich finde mich irgendwo in der Mitte — mit mehr als 10 Jahren Linux-Erfahrung habe ich keine Angst vor dem Terminal, aber ich will mir trotzdem wegen Kleinigkeiten nicht die Finger wund tippen. Mir andererseits das Dock mit Icons zu überfrachten oder mich gar durch den Anwendungsordner zu quälen, um die gewünschte Software zu finden, ist auch keine Lösung.

Da kam mir Quicksilver gerade recht. Quicksilver ist eine Art kostenloses Spotlight für Aktionen, benötigt dabei aber keinerlei Mausgeschubse: mit der Tastenkombination “Ctrl”+”Leertaste” öffnet man einen Dialog, in dem man zum Beispiel die Anfangsbuchstaben der gewünschten Anwendung eingibt. Mit jedem Tastendruck grenzt man die Anzahl der passenden Anwendungen weiter ein und durch Drücken der “Enter”-Taste wird das gewählte Programm schließlich ausgeführt. Will ich zum Beispiel iSync starten, reicht die Tastenfolge “Ctrl”+”Leertaste” – “i” – “s” – “Enter”. Aber Quicksilver kann noch unglaublich viel mehr.

Das Schweizer Messer des Mac-Desktops wird nach dem Download von der Quicksilver-Homepage wie üblich als DMG-Datei installiert. Bei der Startkonfiguration ist es anzuraten, alle Standardplugins zu aktivieren. Nach dem ersten manuellen Start fügt sich Quicksilver in den Autostart des Desktops ein, wird also in Zukunft bei jedem Neustart automatisch ausgeführt.

Aktiviert wird Quicksilver wie schon erwähnt durch die Tastenkombination Ctrl-Leertaste, aber das kann natürlich individuell eingestellt werden.

Es öffnet sich ein Dialog, der zunächst zweigeteilt ist, denn hier definierst du das Objekt und die Aktion, die mit dem Objekt ausgeführt werden soll. Quicksilver pflegt im Hintergrund kontinuierlich einen Objekt-Katalog, der nicht nur alle installierten Anwendungen, sondern zum Beispiel auch die Web-Bookmarks und Adressbucheinträge der Benutzerin enthält. Durch Plugins kann man Quicksilvers Fähigkeiten fast beliebig ausbauen.

Quicksilver

Durch Drücken weiterer Tasten wählt man zunächst das gewünschte Objekt aus. So lange die Angaben noch mehrdeutig sind, listet ein kleines Unterfenster die Alternativen auf. Mit der “Cursor rechts”-Taste kann man in diese Liste wechseln und das Objekt der Begierde auswählen. Beginnt man die Eingabe mit der “/”-Taste, kann man durch die Ordnerstruktur der Festplatte(n) navigieren, um einen Ordner oder eine Datei auszuwählen.

Die Zuordnung zwischen den eingegebenen Zeichen und passenden Objekten versucht Quicksilver möglichst intelligent vorzunehmen, indem es zum Beispiel die Eingabe nicht zwingend als zusammenhängende Zeichenkette sucht. Die Auswahl, die man schließlich trifft, merkt sich Quicksilver übrigens. Durch ein internes Punktesystem gewöhnt sich die Software dabei an die häufiger ausgewählten Objekte und bietet diese zukünftig in der Auswahl zuallererst an.

Zum zweiten Feld, der Aktion, gelangt man per “Tab”-Taste. Bei den meisten Objekten wird die Aktion zunächst “Öffnen” heissen, aber auch hier kann mit “Cursor rechts” aus allen möglichen Alternativen gewählt werden. Bei einem Adressbucheintrag kann die Aktion zum Beispiel “Compose Email” lauten.

Je nach Aktion kann noch ein drittes Feld, zum Beispiel für manuelle Eingaben, erscheinen, aber das stelle ich erst mal zurück. Ausgelöst wird die Aktion schließlich mit der “Enter”-Taste. Daraufhin wird also zum Beispiel die Anwendung gestartet, das Bookmark geöffnet oder das Bild angezeigt.

Allein diese Funktion macht Quicksilver schon zu einem superschnellen Programmstarter. Anstatt ein Bild mühsam über den Finder aufzusuchen und dann per “Öffnen mit…” in GIMP zu bearbeiten, reichen ein paar Tastendrücke. Die Maus wird bei alledem nicht benötigt und kann sich ausruhen.

Dabei ist das nur der Anfang — die Quicksilver-Homepage ist nicht umsonst mit “Launching is a gateway drug” untertitelt. :-) Quicksilver verfügt über eine Vielzahl zusätzlicher Funktionen und kann ausserdem durch eine große Menge an Plugins um neue Fähigkeiten erweitert werden. Was hier alles möglich ist, füllt inzwischen ganze Handbücher und würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Ich werde daher später immer mal wieder über interessante Quicksilver-Anwendungen berichten. Bis dahin sei auf meine Linksammlung zu Quicksilver verwiesen.

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2 Antworten to “Quicksilver macht die Maus arbeitslos”

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  2. [...] Quicksilver (Programmstarter, s. Quicksilver macht die Maus arbeitslos) [...]

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